Als blinde Passagiere ins Ministry of Sound London
by Mitgerissen on Oktober 30, 2008
Im Rahmen der Mitgerissen-Serie rund um abgefahrene Partyerlebnisse geht es diesmal in das Ministry of Sound Mitte der Neunziger Jahre. Als blinde Passagiere flog man ganz ohne Gepäck nach London, nur um den legendären Ministry of Sound House einmal vor Ort erlebt zu haben. Über eine Nacht, die einfach nicht enden wollte …
Kurztrip nach London gewonnen – kostenlos und unverbindlich
Mit verfallenen Tickets schmuggelten wir uns Mitte der Neunziger irgendwie in eine Linienmaschine nach London – schließlich brauchte man das Geld vor Ort zum Feiern und der Flug kostete 350 Mark. Das Hotel sparte man sich ebenfalls, indem man einfach gar nicht schlief, sondern gleich nach der Party heimflog. So war das zumindest geplant.
London Underground
Ein Bekannter, der im Ministry of Sound London regelmäßig verkehrte, lud uns ein, ihn besuchen zu kommen. So mussten wir uns erst einmal durch die U-Bahn Londons finden.
Seine Wohnung erinnerte an einen Schallplattenladen. Er legte House auf, den man daheim gar nicht so kannte. Das war sehr passend, schließlich ist man ja auch zur Erweiterung seines kulturellen Horizonts nach London gekommen.
Vor der Party ging es noch in ein Pub, ein paar Bier vortanken, denn im Ministry of Sound, so die Vorwarnung unseres Londoner Kumpels und seiner Begleitung, gab es keinen Alkohol.
Ministry of Sound House
Der erste Raum nach dem Eingangsbereich war hell und machte mit seiner Engelsdekoration auf Himmel. Der andere Raum war dunkel, deep, voller Boxen und mit einer Tanzfläche, die stark in ihren Bann zog, auch aufgrund der im Laufe der Zeit immer intensiver werdenden Bässe. Der Londoner House vereinnahmte einen zunehmend und kontrollierte sogar die eigenen Tanzbewegungen. Die Zeit verging extrem schnell und langsam zugleich.
Vom Ministry zum Londoner Flughafen
Stunden später, es war bereits hell, setzten wir uns in die U-Bahn. Es ging zurück zum Flughafen. Die Partynacht war definitiv zu ende. Dafür begannen die Probleme mit der realen, grauen Welt.
Wegen einer Terrorwarnung wurde plötzlich viel schärfer kontrolliert. Und schon war der Stress in vollem Gange. Halt! Flugtickets! Die laufen aber nicht auf Ihren Nahmen!
Blinde Passagiere aus dem Ministry
Die gesamte Drohkulisse nützte nichts. Weder das bewährte “Wissen Sie überhaupt, wer ich bin?”, noch die Beschwerdedrohungen. Selbst der Vorgesetzte, den man zu sprechen wünschte, kam nicht. Die wollten nicht davon abrücken, einen als blinde Passagiere zu betrachten.
Bis man das mit dem Rückflug klären konnte, vergangen Stunden. Und so verbrachte man den gesamten Tag am Londoner Flughafen, in den Ohren immer noch den Ministry of Sound House.
Weitere Partyerlebnisse:
Space Ibiza
Englischer Garten München