Ashton Kutcher wird die neue Hauptrolle in Two and a Half Men spielen. Die Serie bleibt seinen Fans trotz des Weggangs von Charlie Sheen erhalten. Gewinner dürften vor allem die Zuschauer sein.
Vor einer Dekade im Rathaus von New York
Fernsehgeschichte wiederholt sich. Vor ungefähr einem Jahrzehnt konnte Michael J. Fox wegen seiner Parkinson Krankheit nicht mehr den Vizebürgermeister Mike Flaherty weiterspielen. Doch New Yorks Bürgermeister Randall Winston brauchte eine rechte Hand. Wer die Serie kennt, weiß sehr gut, warum. Charlie Sheen sprang damals ein.
Auch wenn es da sicher andere Zuschauermeinungen gibt, die Serie blieb weiterhin phänomenal. Charlie Crawford schaffte es wie sein Vorgänger, einen Grund zu liefern, sich auf den Montagabend zu freuen. Damals lief das meist irgendwann nach halbzwöf auf Pro7.
Schon da schien sich Charlie Sheen gerne selbst zu spielen. Wie man sich denken kann, hatten Crawford und Sheen nicht nur den Vornamen gemeinsam.
“I had groupies, I had a tour bus and I didn`t even play in a band.”
So sah die Vergangenheit Crawfords aus. Und auch Charlie Harper hätte mit einem Satz wie den eben frei zitierten niemanden überrascht.
Geschichte wiederholt sich
Nun hat Charlie Sheen Two and a Half Men verlassen. Für ihn springt Ashton Kutcher ein. Wie damals in Spin City übernimmt der Neue nicht einfach nur plump die Rolle seines Vorgängers, er kommt als neuer Charakter in die Serie. Dass Kutcher die Sache wie einst Sheen in Spin City fabelhaft gelingen wird, ist vorprogrammiert. Er wird den Internetmilliardär Walden Schmidt spielen, der angeblich in das Haus des überraschend verstorbenen Charlie Harper einzieht. Vermutlich wird er sich von Alan irgendwie überreden lassen, diesen dort ebenfalls weiter (kostenlos?) wohnen zu lassen.
Ashton Kutcher hat schon mal in seinem Leben in einer grandiosen TV-Show entscheidend mitgewirkt. In der That 70s Show spielte er jahrelang den gut aussehenden Michael Kelso. Seine Attraktivität, zu der er unverhohlen stand, war ebenso wie seine geistige Langsamkeit ein Running Gag in der Serie, die es bis zur 8. Staffel schaffte.
Von wegen “Two and a Half Gähn!”
In der Juli 2011 Ausgabe des MAD-Magazins wurde unter anderem auch die Serie um den coolen Onkel Charlie verarscht. Und zwar auf eine Art und Weise, dass man sich als Fan eventuell ein wenig beleidigt gefühlt hat. Die Betonung liegt dabei auf “ein wenig”. Im Wertekonflikt zwischen Beleidigtfühlen und Verarschen hat das Verarschen immer noch Vorfahrt.
Trotzdem, dem “Gähn” aus MAD muss man vehement widersprechen. Die Show wurde nicht langweiliger, sondern von Staffel zu Staffel immer besser. Wenn da nicht Ashton Kutcher mit all seinem Talent auf eines der erfolgreichsten Comedy Teams aller Zeiten stoßen würde, müsste man fast schon ein wenig Angst haben. Denn auf diese gewohnten 20 Minuten Lachen möchte man nur ungern verzichten. Zum Glück wird man das höchstwahrscheinlich mindestens ein weiteres Jahr lang auch nicht müssen.
Davon abgesehen ist der Zuschauer aus einem weiteren Grund der Gewinner. Der heißt Charlie Sheen. Hollywoods Junggesellen-Vorbild Nummer bekommt nämlich ebenfalls eine neue Serie. Sie soll Anger Management heißen und es geht um Anti-Aggressionstraining. Bleibt abzuwarten, wie lustig sie wird. Da Charlie Sheen aber vermutlich auch in dem neuen Projekt gelegentlich die Chance erhalten wird, sich selbst zu spielen, kann man da recht optimistisch sein.
Wenn alles gut geht, werden so aus einer tollen Show nun zwei.