Wie sieht das optimale Land zum Auswandern aus. Mitgerissen zählt hier einige Voraussetzungen auf, die von der neuen Heimat erfüllt werden sollten, bevor man sich da wirklich niederlässt.
Ein Kommentar
Die Auswanderer
Wenn man sich die Berichterstattung in den Medien und speziell im Internet ansieht, scheint Auswandern für viele jüngere Leute ebenso ein wichtiges Thema zu sein wie für einige Ältere. Man denke alleine an die Fernsehberichte und so manchem Blog, in dem Auswandererfahrungen mit den Lesern geteilt werden.
Wer mit seinem Heimatland unzufrieden ist, überlegt natürlich, wo es für einen mehr Wohlstand und Freiheit geben könnte. Aber vielleicht geht es auch nur darum, neue Erfahrungen zu machen.
Ein Utopia zum Auswandern
Mitgerissen möchte nun die Voraussetzungen aufzählen, wie ein optimales Auswanderland zu auszusehen hat. Schließlich will man nicht vom Regen in der Traufe landen. Oder auch vom harmlosen Nieselregen in einen fetten Orkan geraten.
Innere Sicherheit
Wohin auch immer man auswandert, die Sicherheitslage sollte sich nicht verschlechtern. Damit ist in erster Linie eine Sicherheit vor Überfällen, Mord, Entführung etc. gemeint. Doch auch die Rechtssicherheit ist sehr wichtig. Es muss garantiert sein, dass die eigenen Interessen, die Geschäfte oder das Vermögen nicht über dubiose, möglicherweise korrupte Wege angegriffen werden können.
Was die Sicherheit angeht, sollte das neue Auswanderziel schon die anspruchsvollen Kriterien der Bundesrepublik (bzw. Österreich, Schweiz, etc.) erfüllen.
Soziales Netz
Wer hoch hinaus will, möchte trotzdem nicht tief und hart fallen. Ganz im Gegenteil. Ein weiches materielles Sicherheitsnetz ist unverzichtbar. Falls es beruflich oder geschäftlich bergab gehen sollte, ist materieller Druck das Letzte, was man in diesem Augenblick gebrauchen kann.
Da heißt es erst einmal nachdenken und genau überlegen, welche Taktik einem wieder in eine akzeptable Position bringt. Ein Vorgehen nach dem Schema “Hauptsache Arbeit” ist der Selbstverwirklichung wohl kaum dienlich.
Falls man als Arbeitskraft überdurchschnittlich stark umworben wird oder über genügend Vermögen verfügt, ist die Wichtigkeit eines sozialen Netzes allerdings höchstens von sicherheitstechnischem Belang.
Bürokratie
Auswanderer haben oftmals die Nase voll von der Bürokratie. Auch wenn dieses Thema nur von begrenzter Wichtigkeit ist, möchte man in seinem zukünftigen Exil möglichst wenig Papierkram erledigen müssen. Selbst wenn das Einwandern in das jeweilige Wunschland mit Sicherheit einen bestimmten Verwaltungsaufwand verursacht, wäre es toll, wenn z.B. Steuererklärungen oder Firmengründungen so wenig Arbeit wie möglich verursachen.
Aber schließlich gibt es auch im Ausland Leute wie z.B. Steuerberater, auf die man den unliebsamen Papierkram gegen Entgelt abwälzen kann. Solange die Einnahmen stimmen, ist Bürokratie also nur bedingt ein Thema, kann aber für kleine wie auch größere Unternehmer dennoch sehr wichtig sein. Vor allem dann, wenn weniger Bürokratie auch weniger Steuern und zeitkostende Vorschriften bedeutet.
Wohlstand und Arbeit
Wer noch nicht ausgesorgt hat, braucht in der neuen Heimat eine Erwerbstätigkeit. Egal ob man Selbstständiger, Freiberufler oder Arbeitnehmer ist, die wirtschaftlichen Voraussetzungen müssen für einen persönlich besser sein als an jenem Ort, von dem man weg möchte. Der Rubel muss also rollen, egal wohin man geht. Außer: Man wird von den Eltern oder bestehendem Vermögen versorgt.
Alle Auswanderer, die auch materiell ihr Glück suchen, sollten den Arbeitsmarkt bzw. die Geschäftschancen ihres Ziellandes ganz genau unter die Lupe nehmen.
Bürgerfreiheit
Das Auswanderland hat natürlich eine lupenreine Demokratie zu sein. Wenn man aber bedenkt, welche reaktionären Gesellschaften sich als “Demokratie” bezeichnen, dann sollte klar sein, dass der Demokratiestatus nur der kleinste Nenner sein kann.
Wer die Bürgerfreiheiten in der Bundesrepublik mit denen in liberaleren Ländern wie den Niederlanden oder der Schweiz vergleicht, erkennt sofort den Unterschied.
Das Gefälle zu Staaten wie Burma oder dem Iran ist natürlich um ein Vielfaches größer, doch die Messlatte sollte sich in Richtung Freiheit bewegen, und nicht in die entgegengesetzte.
Dass man bei der Befriedigung seiner individuellen Bedürfnisse wie auch bei der Verwirklichung der eignen Persönlichkeit keine Lust auf moralisierende und reglementierende Vorschriften hat, versteht sich von selbst.
Wohin auswandern?
Wie man sieht, wäre es hilfreich, wenn ein potenzielles Auswanderland erst einmal eine Reihe von Bedingungen erfüllt, bevor man seinen Lebensmittelpunkt dorthin verlagert. Wer aber schon mal einen Blick auf den Zustand dieses Planeten geworfen hat, wird erkennen, dass sich wohl nur eine verschwindend geringe Anzahl Länder zum Auswandern eignet. Man könnte sogar meinen, dass es zum Teil weniger Aufwand erfordert, die Zustände in der Heimat seinen Vorstellungen anzugleichen, als woanders nach diesen Optimalbedingungen zu suchen.
Und trotzdem: Das Monopol auf Wohlstand, Sicherheit und Freiheit hält weder Deutschland, noch Österreich – und nicht einmal die Schweiz. Die Frage ist nur, ob es woanders so viel besser ist, dass es sich rentiert, gleich dorthin auszuwandern.