Im Auenlande, jenem Gebiet aus Herr der Ringe Saga, in dem die Hobbits leben, ticken die Uhren ein wenig anders, und zwar deutlich langsamer. Angenommen, die Bedrohung durch Sauron ist vorbei, dann ist das Auenland eine perfekte kleine Welt. Pfeifenkraut rauchen, in Kneipen herumhängen, mit anderen jugendlichen Hobbits Unsinn treiben, und das bis ins gehobene Erwachsenenalter hinein.
Die Hobbits im Wandel der Zeit
Als Frodo Beutlin mit seinen ungefähr 50 Jahren in die weite Herr der Ringe Welt hinauszog, galt er in seiner Gesellschaft noch als unreifer Flegel, jemand, der sich zwar allmählich Gedanken um sein Leben machen sollte, aber nicht um den Preis, etwas zu überstürzen. Mancher beruflich unentschlossene Teenager würde sich eine ähnliche Geduld von seinen Eltern sehnlichst wünschen.
Die Hobbits sind Meister des Glückes. Neben dem starken Hang der Hobbits, für das leibliche Wohl bestens zu sorgen, gönnen sie sich den Luxus einer ewigen Jugend, beziehungsweise das, was man im Rahmen menschlicher Zeitdimensionen darunter versteht.
In unserer von Menschen gestalteten Welt sollte man im Alter von gut 30 Jahren seine Berufsausbildung beendet haben. Wer da sein Studium nicht so gut wie abgeschlossen hat und auch sonst nicht viel Berufliches vorweist, gilt als Müßiggänger, Hippie, Junkie, Versager, je nach individueller Ausrichtung.
Ewige Jugend im Auenlande
Hobbits im Alter von zwanzig bis um die dreißig dürften sich wohl währenddessen in der Pause hinter dem Schulhof treffen, um heimlich ein paar Töpfe Pfeifenkraut zu rauchen – schließlich müssen die letzten paar Schulstunden auch noch ertragen werden, falls es nicht wie geplant Hitzefrei gibt. Nach der Schule geht es dann mit den Leuten zum See. Es wird noch ein wenig Pfeifenkraut geraucht und dann schwimmt man zum Floß, um sich darauf zu sonnen und ab und zu jemanden nass zu spritzen. Währenddessen kann man ja noch ein wenig elbisch pauken.
Sobald es langsam Abend wird, rennt man nach Hause zum Essen. Auf ein gemeinsames Abendessen wird in der Hobbitfamilie viel wert gelegt. Neben den aufgetischten Leckereien spricht auch das fällige Taschengeld für eine pünktliche Anwesenheit. Das Taschengeld wird schließlich benötigt, schließlich reichen die Neben- und Ferienjobs nicht aus, für all die Kneipenbesuche.
Pfeifenkraut und Bier für immer
Am Ende dieses entspannenden Sommertages geht es in den Biergarten, wo man sich bei dem Wetter immer mit den anderen Hobbits trifft und auch mal bis spät in die Nacht feiert. Vor Zubettgehen gibt es manchmal noch ein Töpfchen Pfeifenkraut, falls man nicht schon zu viel Bier getrunken hat.
Dieses Leben läuft über Dekaden immer so weiter. Winter, Frühling, Sommer, Biergarten, Elbisch Vokabeln pauken, Hitzefrei, Herbst. Irgendwann hat man aber genug Agrarkultur und elbisch gelernt. Und so wird man auch als Hobbit allmählich wirklich erwachsen, mit ungefähr 50 Lebensjahren vorweisen kann. Perfektes Alter, um sich langsam über seine Zukunft gedanken zu machen.
Selbst die “ewige” Jugend der Hobbits hält nicht wirklich für immer. Dennoch wird ihr im Auenlande die Zeit eingeräumt, die sie für ihre Entwicklung benötigt, und nicht etwa – wie in unserer Welt – durch eine viel zu schnelllebige Durchschnittsbiografie abgewürgt.
Also mit dem Pfeifenkraut und dem Hitzefrei, da ist bei mir niemals Schluss. Auch nicht in dem Alter, als Frodo in die weite Welt hinauszog.
Warum sollte man auch jemals mit Pfeifenkraut und Hitzefrei aufhören?
Die Hobbits sind eigentlich das perfekte Vorbild. Eigentlich wären das die Elfen, nur die sind so unheimlich diszipliniert. Als Hobbit kann man sich eher etwas gehen lassen und sich lieber um das Pfeifenkraut oder die Bierschenke kümmern.