Das Idealbild der amerikanischen Highschool ist voller Popkultur, Glamour, Romantik und Leidenschaft. Es gibt jugendkulturelle Gruppen, Außenseiter und Hierarchien. Doch in erster Linie geht es um den Spaß und die Selbstverwirklichung der Charaktere. Und auf dieser Highschool steht zudem noch die empirische Sozialforschung im Blickpunkt.
Neu auf der Highschool
Es ist Herbst. Tom hasst diese Jahreszeit. Sie bedeutet Schulanfang. Und da seine Eltern ständig wegen der Firma umziehen müssen, ist der September stets jener schmerzvolle Monat, in dem er der “Neue” ist. Jedes Jahr von vorne. Wie in einem ewigen Albtraum.
Die High Highschool ist so etwas wie ein Vorzeigeprojekt. Die idealtypische Schule. Teams von Statistikern untersuchen das Verhalten der Schüler und Lehrer. Und da der Lehrbetrieb bis in den Nachmittag reicht, wird bewusst und in voller Absicht auch das Privatleben der “Insassen” untersucht.
Die Schüler tragen Uniformen, außer am Casual Friday. Da verwandelt sich die High High in eine regelrechte Modenshow, egal ob man an der Brandingparade mitmacht, oder unbeteiligter Passant in willkürlichen Klamotten ist. Die glamourösen Akteure haben zum Teil Laufstegerfahrung und setzen sich für ein ganzes Dutzend Stylingmuffel in Szene.
Probleme warten an jeder Ecke
Tom sucht sein Klassenzimmer. Verwirrt dreht er sich nach links und rechts, hat aber keine Ahnung wohin. Ein unglaublich hübsches Mädchen steht vor ihm. Sie trägt eine Footballjacke.
Natürlich muss Tom, angezogen von der Schönheit dieser Beautyqueen, ausgerechnet diese Schickse fragen, wo er denn hin soll. Nicht die beiden freundlichen Nerds, die anscheinend so etwas wie Comics tauschten. Nein. Es war Tracy Spencer, das erste Cheerleader.
Die eigentlich harmlose Frage wurde vom zweiten und dritten Cheerleader prompt als Anmache ausgelegt. Hinzu kommt, dass Tracy die Jacke von Jock Rancher trägt, dem Quarterback der Footballmannschaft.
Noob in der Klasse
Dass Toms Anmache des ersten Cheerleaders schneller seine Klasse erreicht, als er selbst, ist eigentlich klar. Bevor er von der Lehrerin überhaupt vorgestellt werden konnte, drohte ihm ein Typ in Footballjacke bereits Prügel an.
Tom erntete Gekicher und ein paar obszöne Gesten. In einer normalen Highschool hätte er sich jetzt hingesetzt und erst einmal mit dem Problem auseinandergesetzt, dass er als Noob das beliebteste Mädchen der Schule angemacht hat.
In der High High hatte Tom erst einmal in einen Nebenraum zu gehen. Dort wartete bereits eine Gruppe von Befragern, die etwas zum Untersuchen gewittert haben.
High Noon auf der High
Vielleicht ist diese Highschool doch nicht so idealtypisch. Was Tom auf einer normalen Schule zu erwarten gehabt hätte, wäre das vorläufige soziale Abseits und eine dicke Lippe.
Wie Tom allerdings vermutet hat, hindert die Anwesenheit des Teams aus Sozialwissenschaftlern Jock Rancher daran, ihn zu verprügeln oder öffentlich lächerlich zu machen. Sie haben eben dringendere Fragen.
“Fürchten Sie sich, dass diese negativen Erfahrungen am ersten Tag ihre gesamte Highschoollaufbahn und somit ihr späteres Leben negativ beeinflussen?”
Er darf seinen Eindrücken und Gefühlen auf einer Skala von eins bis zehn Ausdruck verleihen. Eine klassische dicke Lippe hätte stattdessen auch etwas.
Nach der Befragung fährt Tom nach Hause und freut sich schon auf die Privatsphäre im Haus seiner Eltern. Auf der Rückfahrt fällt ihm ein, dass er sich diese zumindest für die nächsten Monate verreiben kann. Um ihre neue Eventagentur zu promoten, haben seine beiden Väter beschlossen, ihr Leben im Internet darzustellen. Nur im Bad und auf dem Dachboden gibt es keine Webcams.
Tom versucht sich vorzumachen, dass auf der Highschool schon niemand etwas davon mitbekommen wird. Kurz darauf bricht er in Verzweiflung aus, fängt sich aber schnell wieder. Irgendwie wird die Schulzeit schon vorbeigehen.




September 30th, 2009 at 2:30 pm
Mensch da hat der Tom aber nochmal Glück gehabt, dass er überhaupt zur Schule gehen darf, denn das ist ja wohl nicht jedem gegönnt. Aber ob Laborratte zu Hause oder in der Highschool ist eh egal… Zensursula lässt grüßen