Feuer zieh mit mir – Grüße aus Twin Peaks

by Mitgerissen on September 4, 2008

Vor ungefähr zwanzig Jahren begeisterte die damals neuartige David Lynch Serie Twin Peaks Millionen Zuschauer. Der charismatische FBI Agent Cooper ermittelte den mysteriösen Mord an der Highschool Schönheitskönigin Laura Palmer. Der Täter, und das macht die Sache interessant, ist ein Dämon mit dem Namen Bob, wohnhaft in einer surrealen, jenseitigen Welt, die sie die Schwarze Hütte nennen. Bobs persönliches Lebensmotto lautet: Feuer zieh mit mir!

Twin Peaks von David Lynch

Twin Peaks hatte damals alles, was man sich von einer Fernsehserie nur wünschen konnte. Eine faszinierende, esoterische Geschichte und Agent Cooper, einen nahezu übermenschlichen Held. Schöne Menschen in einem originellen, vielfältigen Ambiente zwischen Luxushotel, Natur, Spießigkeit, Highschool, kriminellem Millieu und Facetten eines Jenseits. Einige Bewohner hatten ein kleines Problem auf dem Gebiet Besessenheit.

Von einem Dämon besessen

Wer von einem Dämon besessen ist, kann sich zum Teil an Dinge nicht erinnern, verspürt grundlos aufschäumende Wut, vollzieht im Extremfall unvereinbare Handlungen. So geschah es zumindest in der amerikanischen Ortschaft Twin Peaks und Umgebung. Twin Peaks liegt nahe der kanadischen Grenze, umgeben von dichten Wäldern und kaum berührter Natur. Twin Peaks könnte eine heile Welt sein, wenn da nicht archaische Kräfte irgendwo in den Wäldern schlummern würden, die manchmal die Seelen der Menschen in Besitz nehmen.

Feuer zieh mit mir

Die Esoterik betrachtet das Element Feuer als eine antreibende, prometheische Kraft. Gleichzeitig steht Feuer auch für Wut. Eine Wut, die wie gleißendes Feuer alles verbrennt, was ihren Weg kreuzt.
Feuer zieh mit mir! Vermutlich ist genau diese Feuerwut der Schlüssel, der Dämonen die Inbesitznahme ihrer Wirte ermöglicht.

Twin Peaks ist überall

Diese schauen eines Tages in den Spiegel und sehen nicht mehr sich selbst, sondern eine zerzauste Gestalt mit diabolischem Blick und verfaulten Zähnen. Das könnte in Twin Peaks geschehen, in London, Zürich, Hannover oder Fürstenfeldbruck. Auch wenn sie nicht derartig böse Dinge treiben, wie Bob sie tun würde, sondern höchstens mal versehentlich eine Oma erschrecken oder den Briefträger beissen, werden sie sich vermutlich doch von Zeit zu Zeit fragen: Bin ich besessen?

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2 comments

Also ich glaube ein bisschen Besessenheit gehört zur Spezies Mensch einfach dazu. Nur entsteht Leidenschaft, Energie oder ein unbedingter Wille zur Erreichung seiner persönlichen Ziele. Solange diese Besessenheit nicht in eine “dunkle Energie” umschlägt – ich denke gerade an Star Wars- und dadurch mich oder andere schädigt, finde ich sie super.

by Ricardo on September 5, 2008 at 11:31 am. #

Zugegeben, der Beitrag zur Twin Peaks Besessenheit war ein wenig ironisch gemeint, denn in dem Dämonenhort “Schwarzen Hütte” sind viele Dunkle Energien daheim.
Im wirklichen Leben ist die Ansicht von Ricardo zur Besessenheit natürlich ein Volltreffer, meiner Meinung nach. Da gilt: Dunkle Energien unbedingt vermeiden. Persönlich neige ich sogar dazu, in Rollenspielen wie z.B. Knights of the Old Republic oder World of Warcraft nur helle Charaktere bzw. auf der guten Seite zu spielen.

by Gonzo on September 9, 2008 at 10:37 am. #