Sep 02

Der Roman Hells Angels von Hunter S. Thompson handelt von der legendärsten Rockergang dieses Planeten. Der Autor begleitet die Motorradgang auf ihren Runs und während ihres Alltags.


Kalifornien der Sechziger Jahre

Hunter S. Thompsons Hells Angels spielt im Kalifornien der Sechziger Jahre. Der Autor hatte damals wohl gute Kontakte zu mehreren kalifornischen Hells Angels Chapter, sodass er von den Mitgliedern der berüchtigten Motorradgang als eine Art journalistischer Mitläufer akzeptiert wurde und diesen Roman schreiben konnte.

Hells Angels – Insiderbericht

Der Gonzo-Journalist Hunter S.Thompson glorifiziert die Hells Angels nicht, sondern versucht ein objektives Bild der damaligen Motorradgang zu zeichnen. Dabei werden einige Vorurteile bestätigt, während sich andere als nicht ganz zutreffend herausstellen. So scheint es dem Roman zufolge schon zu stimmen, dass die Hells Angels der Sechziger Jahre tatsächlich ein höchst gewalttätiger Haufen waren, der keiner Schlägerei auswich und auch durchaus gerne zu Baseballschläger oder Motorradketten griff.

Die realen Hells Angels

Und dennoch, wer die Hells Angels auf diesen Trip begleitet, wird feststellen, dass die Befürchtungen des damaligen Spießbürgers teilweise überzogen waren, dass sich die Motorradgang letztendlich auch nur amüsieren wollten und dass es nicht unbedingt ihre Absicht war, Kleinstädte dem Erdboden gleichzumachen. Letzteres konnte laut hunter S. Thompson aber durchaus mal geschehen, wenn die Dinge eskalierten.

Die Hells Angels und die Hippies

Mit der Ansicht, die Hells Angels gehörten als Zeitgenossen der Hippies irgendwie der Friedensbewegung an, räumt Hunter S. Thompson auf. Der Autor stellt klar, dass die dominierende Gemeinsamkeit mit den Hippies die Neigung zum Drogenkonsum war. Sobald es politisch wurde, standen die kalifornischen Hells Angels Chapter der Sechziger Jahren laut Thompson tendenziell am rechten Rand und fühlten sich von dem linken Gedankengut der Hippies eher provoziert. Trotz dieses Unterschieds strebte die Leute aus den unterschiedlichen Hells Angels Chapter, ebenso wie die Hippies, ein alternatives Leben abseits der Wertvorstellungen einer spießbürgerlichen Gesellschaft an.

Hunter S. Thompson, Gonzo Journalist

Hunter S. Thompson, der sich Anfang 2005 nach Angaben der Polizei mit einem Kopfschuss selbst getötet hatte, war bis zu seinem Tod ein entschiedener Gegner der Bushadministration. Hunter S. Thompson begründete den Gonzo Journalismus, der sich literarischer Stilmittel bedient und die Realität gerne etwas überzeichnet. Laut Wikipedia orientiert sich auch der Autor Helge Timmerberg an dem Gonzo-Stil.
Neben seinem Roman Hells Angels schrieb Hunter S. Thompson u. a. das mit Johnny Depp und Benicio Del Toro verfilmte Werk Fear an Loathing in Las Vegas, sowie sein in der Karibik spielendes Werk The Rum Diary.


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