Nov 19

Wie bereits in den Achtzigern gab es in den 90er Jahren auch eine Jugendkultur mit unterschiedlichen Typen, Szenen und Erkennungszeichen. Hier ein Überblick diverser Lifestyletypen aus den 90er Jahren.

Jugendkultur individuell

Im Vergleich zu den unpolitischen Jugendbewegungen der Achtziger Jahren war die Jugendkultur der 90er Jahre deutlich individualisierter. Während man sich in den Achtziger Jahren noch strikter an idealtypische Stilvorgaben hielt, war man in den 90er Jahren selbst Maßstab aller Dinge. Soziologen und Journalisten durften befragen und orakeln, welche Typen an 90er Jugendkultur es nun eigentlich genau gab.

90er Jahre Lifestylestrände

Die Beteiligten schufen sich in den 90er Jahren weitestgehend ihre eigene Jugendkultur. Und was jung war, das definiere auch jeder für sich persönlich. Letztendlich war die Jugendkultur der 90er Jahre weniger eine Frage des Alters, sondern des Lifestylestrandes, an dem man bevorzugt lebte.

Jugendkultur 90er Jahre

Popper

Der tot geglaubte Popper der Achtziger hat irgendwie überlebt und tauchte als Britpopper ebenso auf, wie als 90er Jahre Großstadtkarrierist. Von der Studentenverbindungsfeier bis hin zu den In-Bars waren Popper auch in der 90er Jahre Jugendkultur immer noch eine feste Größe. Teilweise bekamen die jüngeren 90er Popper auch von ihren geistig wie optisch einfach nicht altern wollenden Vorreitern aus den Achtzigern zahlenmäßige Unterstützung.

Rapper

Die Jugendkultur der 90er brauchte vermehrt den Deutschrapper hervor. Im Gegensatz zu seinen afroamerikanischen Kollegen reimte dieser neue Typ heimatnah. Es geht nicht um Bandenkriege in L.A., sondern um die Lebenswelten der europäischen Mittelschichtjugend, also um Reisen, Freundschaft, Liebe, Spaß.

Raver

Die wohl am meisten aufsehenerregende Jugendkultur der 90er Jahre war Techno in all seinen Facetten zwischen Untergrund und Mainstream. Der Raver fühlte sich in den 90er Jahren überall dort beheimatet, wo es neblig und elektronisch zuging. Die Jugendkultur der Raver zelebrierte das Wochenende, das am Donnerstag- oder Freitagabend losging und spätestens mit der letzten Afterhour am Montagvormittag endete. Eventuelle Brücken- und Feiertage konnten das typische 90er Wochenende des Ravers zusätzlich in die Länge ziehen.

Checker

Seinen Ursprung hatte der Checker in der Achtziger Jahre Straßenkultur. Der Checker war insbesonders an solchen Orten anzutreffen, an denen es “Piece”, “Saft” oder “Teile” gab. Viele Checker sahen sich eher als Rapper oder Raver, doch im Grunde ging und geht es dem Checker vorwiegend um das persönliche Dichtheitslevel.

Girlie

Eine besonders hübsche Ausprägung der 90er Jahre Jugendkultur war das Girlie. Nach Außen manchmal zögerlich und mädchenhaft auftretend, waren Girlies in Wahrheit oftmals sehr selbstbewusst. Ihnen ging es einfach nur um das Erreichen ihrer Ziele, und das war in den Neunzigern oftmals nur: Möglichst viel Spaß haben!

Generation X

Grunge und X-Rock veränderte die Jugendkultur der 90er Rocker gewaltig. Stellenweise Melodiöse, sehr verschwommene Töne lösten das Monstermetall Fieber der Achtziger ab. Die Generation X Jugendkultur wurde stark den dem Untergrund, dem Punk, dem Rausch und den tödlichen Exzessen seiner Stars wie Curt Corbain oder River Phoenix geprägt.

Nerd

Der Nerd bzw. Geek ist die Weiterentwicklung des schüchternen Computerfreaks aus den Achtzigern. Durch die zunehmende Verbreitung der Informationstechnologie und dem Internet, das sich ebenfalls in den 90er Jahren etablierte, wurde der Computerfreak aber zunehmend zum Massenphänomen. Während der Geek eher naturwissenschaftlicher orientiert ist, neigt der Nerd zu den unterhaltungstechnischen Aspekten seines Liftestylestrandes. Das waren vor allem Strategie-, Rollenspiele und Shooter.

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3 Responses to “Jugendkultur der 90er Jahre – Von Girlies und Ravern”

  1. Emelie Says:

    Jetzt ist es ja das EMO Fieber, überall werden die EMOs gesichtet. Aber wieso ist die Welt den wirklich so schlecht dass man das in seiner Kleidung wieder Spiegeln muss. Ein EMO drückt seine Gefühle mit einer gefärbten Strähne im Haar und punkigen Kleidung aus. Naja so hat halt jedes Jahrzehnt einen eigenen Still.

  2. Falbala Says:

    Jeder sich unverstanden fühlende, pubertierende und desorientierte Jugendliche sucht sich sein eigenes Ventil und bringt seinen Unmut anders zum Ausdruck. Emo’s meiner Meinung nach lediglich durch schwarze Klamotten, unvorteilhafte Frisuren (die sehen immer nur die Hälfte, weil der Pony ständig im Gesicht hängt), und traurigen Gesichtern. Die pinken Totenkopf-Anstecker aufm Rucksack nicht zu vergessen. Ist manchmal ein bisschen deprimierend anzusehen, aber richtig: auch das geht vorbei..

  3. Gonzo Mitgerissen Says:

    Die EMOs könnten ein Teil dessen sein, was generell Punk und in den 90er Jahren die Generation X war. Im Grunde handelt es sich bei EMOs um eine Modeerscheinung jener Independent Szene, die in den späten 70ern durch Punk, New Wave etc. ins Leben gerufen wurde.