Apr 01

Nach der Neuordnung des Finanzsektors wäre es vielleicht nicht falsch zu überlegen, ob unsere Konsumkultur wirklich optimal ausgerichtet ist. Dieser Artikel möchte sich für eine nutzenorientiertere, umweltfreundlichere und deutlich langlebigere Umgestaltung der Güterproduktion aussprechen. Ein Kommentar zur gegenwärtigen Konsumkultur.

Langlebigere Produkte

Momentan leben wir zum Teil in einer sehr schnelllebigen Verbrauchsgesellschaft. Viele Produkte werden mehr oder weniger regelmäßig von neueren Modellen überholt, die auf dem aktuellen Stand der Technik sind. Andere Produkte halten einfach nur eine begrenzte Zeit.
Der Kunde kauft Produkte, weil diese einen gewissen Nutzen bereiten. Was aber, wenn die gegenwärtige Konsumkultur gar nicht in dem Ausmaß auf eine optimale Bedürfnisbefriedigung abzielt, als sie es eigentlich könnte?
Möglicherweise wünschen sich viele Kunden deutlich langlebigere Produkte. Vielleicht ist es gar nicht so wichtig, dass ein neues Elektrogerät über eine Palette vielfacher Funktionen verfügt, wenn es doch nur vier Mal so lange halten würde.

Forschung neu justieren

Eine Neuausrichtung der Produktpolitik von Unternehmen könnte sich verstärkt auf eine deutlich längere Haltbarkeit der Artikel konzentrieren. Zum Teil wäre das durch verbraucherfreundlichere Garantievorschriften zu machen, die eine entsprechende Entwicklung vorantreiben und sich stets an dem aktuellen Stand der Technik orientieren.
Egal ob es um den neuen Breitbildfernseher, das Handy, das Auto oder den Computer geht. In allen Bereichen wäre es von unglaublichem gesamtwirtschaftlichem Vorteil, wenn neben Leistungssteigerungen oder Funktionserweiterungen verstärkt nach einer längeren Haltbarkeit des Gesamtproduktes geforscht wird.

Vorteil einer langfristigeren Konsumkultur

Langlebigere Produkte sind umweltfreundlicher. Um bei einer Person einen bestimmten Nutzen – beispielsweise das Föhnen der Haare – zu erzielen, muss ein neues Gerät seltener hergestellt werden. Dies spart Energie und Material.
Wenn man bedenkt, wie viele Produkte von einer steigenden Weltbevölkerung gekauft und wieder weggeworfen werden, könnte es sich auch für die Umwelt auszahlen, verstärkt auf länger haltbare Artikel zu setzen.

Technischer Fortschritt durch Module

Ein älteres, aber noch lange nicht ausgedientes Produkt könnte durch ein individuell gestaltbares Modulverfahren auf den neuesten Stand gebracht werden. Einen Computer kann man durch Austausch der Grafikkarte schließlich auch auf ein höheres Leistungsniveau bringen, ohne gleich das gesamte Gerät auszutauschen. Dieses Vorgehen könnte in Zukunft stärker standardisiert und auf Fernseher, Spielkonsolen und viele andere Gebrauchsgüter übertragen werden.

Der große Nutzen für das Allgemeinwohl

Langlebigere Artikel als Ergebnis einer Neuausrichtung der Produktkultur dürften logischerweise zu einer Verbesserung des gesamten Wohlstandes führen. Schließlich bleibt einem mehr Geld, wenn man Produkte seltener ersetzen muss. Das gilt für Privatleute, Unternehmen und dem Staat.

Mittel, die nicht für Ersatzanschaffungen ausgegeben werden müssen, können anderweitig verwendet werden, zum Beispiel für weitere Produkte, persönliche Dienstleistungen oder auch zur Verbesserung der privaten Wohnverhältnisse. Gerade an Letzteren ließe sich Einiges umgestalten, um eine allgemein bessere Lebensqualität zu erzielen. Die Wohnkultur unserer Gesellschaft wird auch in einem der nächsten Beiträge thematisiert.


Weitere lesenswerte Artikel

Vielen Dank Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Wikio

Comments are closed.