Jun 10

Will man die digitale Welt der Zukunft erahnen, braucht man sich nur die Gegenwart anzusehen. Eine Tendenz kann man heute bereits erkennen. Es besteht das Bedürfnis, die reale Welt als Computerspiel zu simulieren.

Reales Leben im Computer!

Zum Start der Real-Life-Simulation Sims3 möchte sich dieser Artikel mit dem Verlangen des modernen Menschen beschäftigen, die Realität digital nachzubauen, um darin zu spielen. Dies geschieht meist stark vereinfacht, ästhetisch und unterhaltsam – und zum Teil so, wie man sich das echte Leben manchmal gerne wünscht.

Nimmt man alleine die Sims als Beispiel, sind einige herausragenden Eigenschaften an dieser digitalen Welt feststellbar. Generell ist sie sehr bunt und knallig. Sonnenschein mit meist schönen, eher jung aussehenden Menschen. In Sims2 gab es einen kostbaren Trank gegen das Altern. In der Nachfolgeversion wird dem Spieler sogar die nahezu vollständige Kontrolle über die Zeit geschenkt. Auf Wunsch bleibt diese stehen oder verstreicht unterschiedlich schnell.

Digitale Simulation von Lebenswelten

Auch das legendäre GTA lebt nicht nur alleine von Schießereien und Straßenrennen. Der Spielcharakter kann sich alle möglichen Klamotten kaufen, beim Textildiscounter, in Sportshops oder luxuriösen Boutiquen.

Der Trend des digitalen Ausstaffierens von Computeravataren dürfte erst am Anfang stehen. Dasselbe gilt für Einrichtungsgegenstände in virtuellen Wohnräumen.
In Computerspielen kann man auch dann noch Shopping gehen und Reichtum ansammeln, wenn es auf dem realen Konto gar nicht gut aussieht. Egal ob zur Motivation oder Realitätsflucht genutzt, die virtuelle Welt wird dank technischem Fortschritt in den nächsten Jahren und Jahrzehnten immer wirklicher werden. Das gilt sowohl für schnelle Bandbreiten wie auch für leistungsfähige Hardware.

Während man vor einigen Jahren noch ganz aus dem Häuschen war, wie realistisch doch Wasser inzwischen dargestellt werden konnte, wird man in einigen Jahren vermutlich darüber debattieren, wie authentisch sich doch die Wasserspritzer anfühlen.

Real-Life-Simulationen ganz anders!

Eine Technologie, die Berührungen, einen Champagnerschwips oder das Gefühl, sich verliebt zu haben simulieren kann, wird nicht nur die Real-Life-Simulationen revolutionieren, sondern wohl eher die gesamte Computerspielwelt. Doch gerade das Genre um die Simulation von realen Lebenswelten dürfte dadurch einen ganz neuen Reiz verliehen bekommen.

Dabei können alle möglichen Lebenssituationen simuliert werden. Tatsächlich ist es mit Sicherheit sehr interessant zu erleben, wie es wäre, richtig betucht zu sein. In allen möglichen Abstufungen, von bürgerlich ausgesorgt bis hin zu Privatjet und eigene Ferieninsel.
Doch auch das andere Extrem hätte mit Sicherheit seinen Reiz. Wie wäre es mal, in einer südamerikanischen Favela oder einem nordafrikanischen Mittelschichtviertel aufzuwachsen? Von dort aus könnte man dann nach Europa oder in die Vereinigten Staaten auswandern. Oder gleich auf einen fernen Planeten, auf dem alles viel schöner ist.


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