Mai 22

Auf manche Leute wirkt das Familienleben einschließlich Kinderkriegen sehr befremdlich. Es ist gut nachvollziehbar, wenn diese es vorziehen würden, ihre genetischen Informationen lieber als Samenspende weiterzugeben.

Ein satirischer Kommentar.

illustration kleinkind

Kinderkriegen? Ja bitte!

Theoretisch will man natürlich Bälger bekommen, irgendwann. Selbst als informationstechnologisch affiner Freund anspruchsvollster Unterhaltungskultur mit Schwerpunkt Serien, Science-Fiction, Gaming und Comics. Schließlich möchte man seine Genialität ja auf vielfältige Art für die Nachwelt erhalten. Aber praktisch? Wirklich?
Im Grunde kann man sich das Kinderkriegen im Augenblick oder auch für die kommenden fünf bis zehn Jahre gar nicht vorstellen.

Verträglichkeit des Familienalltags

Um eine gewisse sprachliche Hygiene zu wahren, wird auf die detaillierte Aufzählung von Dingen verzichtet, die einem mitten aus der World of Warcraft reißen können. Verhältnisse, die Auslöser sind, dass sie einem in der World in Conflict vom Server schmeißen, weil man wegen gewissen Ablenkungen versehentlich eine Nuke auf die eigenen Stellungen platziert hat.

Und das dürften wohl eher die geringeren Kollateralschäden sein.
Sonntags Schokoladeneis zum Frühstück, danach Pizza, danach gemütliche Turbo-Entspannung?
Kann man sich alles verreiben, mit Familie.

Statt dessen wohl eher Kaffee und Kuchen bei Tante Eulalia, frisch gekämmt in gebügeltem Hemd und vorgewarnt, sich bloß nicht peinlich aufzuführen. Und das kann schnell gehen, wenn einem das grelle Licht und die vielen Menschen überall nervös machen.


Vermutlich erwartet so manche Frau, dass die Heiligtümer …

  • Star Wars Figuren
  • unausgepackter He-Man
  • signiertes Samantha Fox Poster
  • Spielkonsolenmuseum

… ihren Porzellankatzen oder innenarchitektonischen Belanglosigkeiten weichen.

Alternative zu Frau und Kinder

Von der Annahme ausgehend, dass die Weitergabe der genetischen Informationen alleine schon aus Altruismus erwünscht ist, stellt sich die Frage, wie man dies erreichen kann, ohne den bereits angespielten Unannehmlichkeiten – und vielen weiteren – in die Falle zu laufen.

Samenspende systematisch

Es geht hier nicht nur darum, seine Spende loszuwerden und dann zu hoffen, dass darauf zugegriffen wird. Nein! Wir sprechen hier von Samenspende mit System.
Man müsste ausrechnen, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Samenspende für eine Befruchtung verwendet wird, im Durchschnitt. Davon ausgehend ergibt sich die Antwort, wie viel Versuche notwendig wären, um seine Erbinformationen mit hundertprozentiger Sicherheit weiterzugeben.
Als Problem würde sich erst einmal lediglich stellen, wie man an die Daten kommt, um die Wahrscheinlichkeiten zu errechnen.
Doch auch abseits der Theorie dürfte man mit Schwierigkeiten zu rechnen haben.

Würde man diese Idee nun tatsächlich in die Praxis umsetzen, stünden einiges an Hürden im Weg. Alleine das Ausfindigmachen der in Frage kommenden Institutionen ist mit Sicherheit nicht einfach, vor allem wenn man global agieren will. Hinzu kommt die Überlegung, dass manche Institute miteinander in Kontakt stehen, um genau das zu vermeiden, was man durch ein solches Vorgehen versucht zu sein.
Ein Mehrfachspender, der aus unterschiedlichen Motiven heraus am liebsten ganze Landstriche begatten würde, ohne dafür individuelle Verantwortung zu tragen.
Aber vielleicht muss man gar nicht zu so radikalen Maßnahmen wie die systematische Samenspende greifen, um seinen genetischen Code weiterzugeben.


Vielleicht bedarf es einfach nur der richtigen Gegenseite, die es in Ordnung findet, dass man in seiner Freizeit lieber Paintball spielt, anstatt schweigend dabeizusitzen, während Tante Oblivia über Petunien doziert.

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